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Messetagebuch Bau 2009 – Fazit für den Bereich der Barrierefreiheit

Freitag, 16. Januar 2009 18:38

Der Tag 5 der Messe Bau in München ist vorbei und wenn ich den Aussagen meines FSB – ErgoSystem – Kollegen vom Stand  139 Glauben schenke, dann war der heutige Besucherandrang, u.a. auch auf unserem FSB – Stand, wieder ähnlich den letzten Tage, Pilgerstätten – ähnlich. Es hat sich einmal wieder gezeigt das die „Bau“ in München den Namen Internationale Leitmesse für Architektur, Materialien und Bau-Systeme zu Recht trägt. Im Bereich der Barrierefreiheit hat sie leider nicht all zu viel zu bieten. Hier nützt es nicht eine Sonderschau zu veranstalten, welche recht schlecht beworben wird. Auch ein Fach – Thementag „Demografischer Wandel“ an einem Samstag, den Tag für Privatbesucher, zu veranstalten, zeichnet die Messeleitung nicht aus. Fachbesucher werden die Messe am Wochenende wohl meiden. Wenn nicht namenhafte Hersteller wie Erlau, Hewi, FSB, Küffner, der Verein „IWiA“ und einige mehr die Präsentation von barrierefreien Produkten selbst in die Hand genommen hätten, dann wäre dieser wichtige, zukunftsträchtige Fachbereich für Architekten wohl sehr mangelhaft ausgefallen. Es ist schon erstaunlich, wie man auch an der Bau – Messe beobachten kann, dass Barrieren zur Barrierefreiheit als erstes in den Köpfen stattfinden. Die Veranstalter der Messe sollten sich strecken, damit sie diesen Trend nicht komplett verschlafen. Für unsere jungen und zukünftigen Architekten wird das barrierefreie Planen wohl in naher Zukunft genau so wichtig, wie das Planen von zukunftsorientierten Fassaden und das bauen mit neuen Baustoffen. Hier kann ich nur sagen: Keine Angst vor großen Taten, auch unsere europäischen Nachbarn befinden sich im demografischen Wandel. Wenigstens wurde der Barrierefreiheit und dem barrierefreien Bauen ein kurzer TV – Film gewidmet, den man HIER abrufen kann.

Mein Wunsch für die Zukunft:   Barrieren abbauen und das Thema Barrierefreiheit bzw. „Design für alle“ noch weiter in den Fokus der Bau – Messe rücken. Architekten und Schreiner, Bauingenieure und Wohnberater würden dieses Thema sicher ohne Vorbehalte annehmen. Der demografische Wandel zwingt uns in den nächsten Jahren flexibler und nachhaltiger zu Bauen. Das AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) wird in Zukunft eine viel größere Rolle beim Bau von öffentlichrn Einrichtungen haben als in den letzten 2 Jahren. Denn das 2. Konjunkturprogramm der Bundesregierung hat u. a. die Sanierung öffentlicher Gebäude im Fokus. Barrierefreies Bauen besitzt so betrachtet ein enormes Potential, welches auch in den Zeiten des Bauvolumen – Rückganges und der Krise abgeschöpft werden kann und muss. Wir alle wollen alt werden, jedoch an Lebensqualität nicht verlieren. Barrierefreiheit und Komfort liegen sehr dicht beieinander. Das ist nicht nur meine Meinung, da bin ich mir sicher!

Sven Heilmann / pflege-nachbarschaft.de

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27.09.2008 „b_free“ – Tagebuch 2008 / der 4. Tag

Samstag, 27. September 2008 20:12

Ist weniger oft mehr?
Das trifft sicherlich in der Architektur, beim Essen oder beim Design zu, aber für eine Messe, darüber scheiden sich die Geister.
Heute kann ich leider nicht mehr direkt über das Tagesgeschehen bei der b_free berichten. Ich bin gestern abgereist und habe den FSB – Stand den netten Jungs und Mädels von der LOB überlassen. Nur um das klarzustellen, ich bin nicht aus Frust abgereist. In Nürnberg ist zur Zeit Altstadtfest, von den Kids bis zur Generation 50+ wird dort alles gegeben und das wollte ich nicht verpassen. Sorry! 😉

Ich bin mir aber sicher, dass Herwig Danzer in seinem Nachhaltigkeitsblog etwas über den letzten Tag schreibt.

Die b_free in Augsburg hat trotz der nicht 100% erwarteten Besucherzahlen etwas Entscheidendes gezeigt – Süddeutschland kann eine KongressMesse mit diesen Themenschwerpunkten sehr gut gebrauchen. Es ist auch wichtig ein Gegengewicht zur der am 15. – 18. Oktober 2008 stattfindenden REHACARE in Düsseldorf zu schaffen (mehr dazu unter www.rehacare.de) . Ganz im Gegensatz zur b_free treffen bei der REHACARE Betroffene, Pflegepersonal und jede Menge andere Fachspezialisten aufeinander und so entsteht eine gewisse Unübersichtlichkeit für Betroffene, Planer, Architekten, Verwalter und Bauherren. Ausserdem ist Düsseldorf ja auch nicht gerade um die Ecke ( zumindest von Bayern und Baden-Württemberg aus gesehen).

Die b_free hat die einmalige Chance sich in den Bereichen barrierefreies Bauen, Wohnen und Leben einen Namen zu machen. Hierzu bedarf es jedoch noch einiger tiefgründiger Überlegungen im Kreise der AFAG (www.afag.de). Die Devise sollte auf jeden Fall nicht lauten, zurück zu Altbewerten, sondern wie geplant, auf zu Neuen. Ich finde, dass mit verbesserter Öffentlichkeitsarbeit und mit der Überarbeitung des Kernthemas viel erreicht werden kann. Zum Kernthema fällt mir, ein vor 2 Tagen geführtes Gespräch mit Frau Monika Anna Klenovec aus Wien ein. Frau Klenovec lehrt an der Universität Wien und betreibt unter anderem die Firma design for all – Zentrum für barrierefreie Lebensräume (www.designforall.at), welche sich auch auf der b_free präsentierte. Sie war der Meinung, dass die Messe zu stark Behinderten – Lastig sei. Als insgeheimen Wunsch und Vorschlag gab Sie mir zu verstehen, dass die b_free doch alle Menschen ansprechen sollte. Barrierefreiheit sei, ihrer Meinung nach, für alle interessant. Ob das Kind, welches sich beim Duschen die Brause allein nach unter ziehen kann, ohne die Hilfe der Eltern, oder die jüngere Generation, welche bodenebene Duschen, Lifte und Beinfreiheit in Bus und Bahn cool bzw. als Komfort betrachten, die so genannte Generation 50+, welche sich mit der Barrierefreiheit mehr Eigenständigkeit sichert oder körperlich Eingeschränkte Personen, welche im Rollstuhl sitzen und alltägliche Dinge wieder selbst erledigen können.
Man sollte wirklich einmal ihr Motto überdenken, dass lautet „Design für alle“.

Ich werde nächste Woche einmal versuchen, mit Herrn Maik Heißer, Projektleiter der b_free, ein kleines Interview zu führen (hier), um herauszubekommen wie er den MesseKongress sah und was wir zur b_free – 2009 erwarten können. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, mit dem FSB – ErgoSystem wieder dabei zu sein, wenn es heißt: „ b_free „ – Barrierefreiheit und Design für alle.

Sven Heilmann / pflege-nachbarschaft.de

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26.09.2008 „b_free“ – Tagebuch 2008 / der 3. Tag

Freitag, 26. September 2008 20:12

Mobil bis ins hohe Alter?
Senioren wo seid ihr?
Die b_free braucht euch?
Wieder nur Kongressteilnehmer denen ich schon das dritte FSB – Prospekt aufgedrängt haben und vereinzelte Architekten, Vertreter von Wohnungsbau – Unternehmen und Privatpersonen … wie immer. Das kann es nicht sein, ist doch der Freitag und der Samstag ursprünglich für die Öffentlichkeit angedacht gewesen. Mein Optimismus ist nicht mehr der der letzten 2 Tage. Mein Wunsch wurde nicht erhört, die kommunikativen Barrieren im Vorfeld der b_free waren wohl doch zu groß. Schade, denn die Aussteller hätten es alle verdient ein wenig mehr Besucherklientel zu haben. Es wurde nicht an jedem Stand so viel Interesse gezeigt wie an unserem von FSB, an dem von „die Möbelmacher“ und an einigen, wenigen anderen.
Eine gute Seite hatte der geringe Andrang jedoch, ich konnte ohne Weiteres den Vortrag über „das barrierefreie Internet für Kommunen und Unternehmen“ besuchen.
Herr Klaus Fuchs, von der Nürnberger Firma „bayern design“ referierte als hat es für ihn noch nichts anderes gegeben. Der Mann wusste von was er sprach und stellte sich mehrmals selber als Silversurfer dar. Die Kernbotschaft war klar und deutlich. Webseiten müssen so gestaltet sein, dass sie jeder nutzen und lesen kann. Inhalte sollen wahrnehmbar, benutzbar und verständlich aufgearbeitet sein. Eigentlich nicht viel Neues für mich, aber hoch interessant für Unternehmen, welche eine Homepage gestalten wollen bzw. schon eine bestehende haben. Schade nur, dass die Zuhörer – Zahl bei 17 Personen endete. Was habe ich mitgenommen aus diesem Vortrag, außer die aktuelle Ausgabe von „der Architekt“… barrierefreies Internet = Internet für alle!
Mein Fazit für den 3. Tag der b_free – die geringe Besucheranzahl bei der ersten b_free in Augsburg finde ich schrecklich. Dieses wird nur durch Eines aufgewertet, die interessanten und lustigen Menschen, welche ich bei meinen Beratungsgesprächen am FSB – Stand kennen lernen durfte. Eines ist mir in den letzten drei Tagen klar geworden, barrierefrei heißt nicht zwangsläufig behindertengerecht, sonder Design für alle.
Genau aus diesem Grund müssen mehr Senioren und auch junge Menschen, ohne Handicap diese Messe besuchen. Think positive – wir haben ja noch morgen, den Samstag.

Mehr zur b_free findet man auch unter:

www.fachmesse-b-free.de/veranstaltungen/b_free/messe_news.html

oder bei Herwig:

nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2008/09/b_free-augsburg.html

Sven Heilmann / pflege-nachbarschaft.de

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