Nicht mehr zeitgemäße Vorschriften behindern die Schaffung von barrierefreien Wohnraum – Diskussionsforum HIER

Am gestrigen Tag hatte Herr Lang und ich die Ehre, vor dem Fachausschuss Technik des vbw – Verband baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V., über die Barrierefreiheit in Mietwohnungen zu referieren. (Vortrag von Sven Heilmann – vortrag_vbw_loerrach_090624.pdf)

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In den letzten Monaten haben wir uns oft gefragt, warum sich in der Immobilienwirtschaft so wenig im Bezug auf barrierefreien bzw. barrierearmen Wohnraum tut. Fördermöglichkeiten gibt es einige, warum werden Diese nicht genutzt. Liegt es an den Barrieren in den Köpfen der zuständigen Personen in den Wohnungsbaugesellschaften? Die Antwort auf diese Frage wurde uns in einer angeregten Diskussion gegeben. Es ist scheinbar trauriger, tatsächlicher Sachstand, dass die veralteten DIN – Normen ein Grund für diese verfahrene Situation sind. Die Wohnungsbaugesellschaften bekommen nur Fördermittel aus den Kassen des Staates und der jeweiligen Bundesländer, wenn sie sich 100 Prozent an die einschlägigen DIN – Normen (hier DIN 18024 und 18025 … ) und die jeweiligen Landesbauordnungen halten. Das diese Vorschriften schon Jahre veraltet und nicht mehr „up to date“ sind, dass sagte uns nach Rückfrage bisher jeder, der tagtäglich mit Ihnen arbeitet. Um Fördermittel zu bekommen, muss also viel Geld in die Hand genommen werden, für geforderte Maßnahmen und festgelegte Hilfsmittel, welche teilweise absolut unnötig im Wohnungs(Um-)bau sind. So urteilen u. a. auch betroffene Gehandicapte über die veralteten aber geforderten Bau- oder Umbau – Maßnahmen. Die Folge ist ein eher zurückhaltender Standpunkt der Immobilienbranche. Diese Zurückhaltung ist tragisch, werden doch ca. 14 – 18 Mal so viele barrierearme Wohnungen, wie bereits in Deutschland vorhanden, benötigt. Diese Anzahl der benötigten Wohnungen kann im Grunde nur durch eine hohe Anzahl an Sanierungen im Bestand erreicht werden.

Wir mussten also erkennen, dass momentan eine sehr verfahrene Situation vorherrscht, welche es dringend zu lösen gilt. So haben wir uns entschlossen hier in diesem Blog eine Diskussionsplattform einzurichten, um einen deutschlandweiten Erfahrungsaustausch möglich machen zu können. Das Ziel sollte unserer Meinung sein, die Förderfähigkeit von barrierearmen Bestands-Wohnung durch Mittel von Bund und Ländern zu erreichen, um den akuten Mangel an Wohnungen für Gehandicapte und Senioren aktiv zu begegnen. Es wäre eine WIN – WIN – Situation, für die Wohnungsbaugesellschaften und die jetzigen und zukünftigen Mieter dieser Gesellschaften.

Interessanter Zeitungsartikel zu diesem Thema:  wohnen-im-alter-luxusgut_bericht-aus-nn.pdf

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Sven Heilmann / pflege-nachbarschaft.de

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Autor:
Datum: Donnerstag, 25. Juni 2009 12:19
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4 Kommentare

  1. 1

    Hallo Herr Heilmann,

    dieser Bericht ist wirklich treffend!

    Es war wirklich erschreckend zu erkennen wie sehr sich die Beteiligten an den DIN – Normen festgefahren haben. Zumal auch immer nur die DIN 18024 im Mittelpunkt stand, sowohl für die Fördermaßnahmen als auch für die Umsetzung!

    Hier wird meiner Meinung nach die Entwicklung für die Zukunft wirklich gehemmt. Zum Schaden der Betroffenen und vor allem zu Verunsicherung der Bauherrschaft – Schade eigentlich!

  2. 2

    Vielen Dank, für den Kommentar. Ich hoffe wir bekommen einen ordentlichen Austausch zu stande, um eventuelle Möglichkeiten zur barrierearmem Wohnraumgestaltung und deren Finanzierung aufzeigen zu können. Sicherlich gibt es weitere Erfahrungswerte zum Thema oder gar alternative Umbaumöglichkeiten deren Kosten so gering sind, dass eine Förderung gar nicht mehr nötig ist. Gut, dass klingt nach Wunschdenken, aber man weis ja nie, der Markt ist groß.

  3. 3

    Treffer Herr Heilmann,

    gutdurchdachter und auf den Mieter angepaßter barrierefreier bzw. -armer Wohnraum benötigt in vielen Fällen keine so großen finanziellen Aufwendungen wie oft gedacht wird.

    Man sollte versuchen, eine Basis für Anpassungen zu schaffen und nicht die eierlegende Wollmilchsau zu installieren. Denn Achtung, jede Einschränkung hat Ihre Eigenarten – schon einmal darüber nachgedacht?

  4. 4

    Interessantes Thema, jedoch liegt es in der Hand der jeweiligen Länder. Vielleicht solltest man das Thema auf ein Bundesland beschränken, um die Diskussion so besser ins Laufen zu bringen.

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